Trauma-Hilfe

 

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TRAUMA ist ein Wort, das (leider) inzwischen in aller Munde ist.

Wenn von Trauma gesprochen wird, sind im allgemeinen überfordernde, oft lebensbedrohliche Erfahrungen oder Erlebnisse gemeint, die unsere natürlichen Bewältigungsstrategien und unsere Selbstregulation überfordern und wir anschließend nicht mehr zu einem normalen Alltagsleben zurückfinden können. 

Dies können einmalige Erlebnisse wie Unfälle oder Gewalttaten sein (Schocktrauma), aber auch so genannte Entwicklungstraumata oder gar eine Kombination aus beidem. Entwicklungstraumata können entstehen, wenn Menschen in ihrer Entwicklung z.B. nicht genügend Bindung und echten Kontakt erfahren haben oder es Bindungsunterbrechungen gab (frühe Krankenhausaufenthalte). Viele Menschen leiden unter einem solchen Entwicklungstrauma, ohne es jedoch zu wissen. Folgen können körperliche Beeinträchtigungen (Schmerzen, organische Funktionsstörungen ect.) sowie Probleme im zwischenmenschlichen Bereich (Ängste, Bindungsstörungen, Kontaktprobleme) sein. Einige Traumaforscher nennen es die Mutter aller Krankheiten und Störungen.

Vielleicht kennst Du auch einige der typischen Symptome: das Nervensystem arbeitet nicht so wie es sollte, man ist "immer irgendwie am Anschlag", erhöhte Schreckhaftigkeit, man ist schnell mit allem überfordert: Lautstärke, Gerüche, Menschenmengen, Alltag, Arbeit...., es zeigen sich Albträume, ein eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis, das Gefühl,neben sich zu stehen, ein Gefühl von innerer Lähmung.

Manche meinen nun, dies sei "Hypersensibilität". Besonders in der esoterischen Szene sind solche Erklärungsansätze sehr beliebt. Aus meiner eigenen Geschichte heraus und mit nunmehr fast 20 Jahren Praxiserfahrung kann ich sagen, dass ich bisher nicht einem einzigen Menschen begegnet bin, bei dem das Nervensystem ohne Grund und entsprechendem traumatischen Hintergrund eine Übererregung des Nervensystems (Hypersensibilität) entwickelt hat und die selbstregulatorischen Fähigkeiten eingeschränkt waren.

Traumatische Belastungen führen nachweislich zu Veränderungen im Nervensystem. In der Körperarbeit finde ich diese Veränderungen auch in Form von elektrischen Ladungen und schmerzhaften Verspannungen in unterschiedlichen Körpergeweben und Funktionseinschränkungen der Organe wieder.

Trauma-Hilfe benötigt also genaue Kenntnisse über die Funktionsweise des Nervensystems und eine ganzheitliche Sichtweise auf der physischen, emotionalen sowie mentalen Ebene. Es geht niemals darum, das Geschehene immer wieder "aufzuwärmen", der Schwerpunkt liegt immer auf der Stärkung der Körperwahrnehmung und der Entwicklung selbstregulatorischer Fähigkeiten.